KONI Cut-A-Strut Damper Inserts

Wer sich ein Auto zugelegt hat, welches nicht sehr häufig anzutreffen ist, hat sich vielleicht schon geärgert, dass es keine fertige Fahrwerkslösung von den bekannten Namen gibt.

Gleiches beim Toyota MR2 W3 und deswegen habe ich mich für die etwas merkwürdige Lösung von Koni entschieden.
Kurz zum Ausgangsmaterial. Ich habe zwei siffende Originaldämpfer an der Hinterachse, sowie defekte Federwegsbegrenzer an der Vorderachse. Es schreit also nach einem Dämpfertausch, welches weiterhin mit meinem Eibachkit funktionieren sollte. Da ich sehr zufrieden bin und keine Rennstrecke zur Arbeit nutze, sollten es also neue Dämpfer werden.
Ich schaute tief in das Ebay Kleinanzeigen Regal und fand neue Koni Dämpfer für den W3. Markenhersteller, verstellbare Dämpferrate und schön orange, alles was das Herz begehrt ..also zugeschlagen!

Los geht’s

Beim Auspacken kam die Überraschung, wie und wo denn der Federteller ist bzw. befestigt wird. Denn der OEM Dämpfer besteht aus einem (zusammengeschweißten) Teil. Es handelt sich nur um eine Dämpferpatrone. Also die komplette Baugruppe mit Kolbenstange und Gehäuse. Die beigelegte Anleitung wirkt dagegen eher verwirrend, deswegen kam ich nach etwas Recherche auf dieses Video von Koni USA, welches ich niemandem vorenthalten will.


Das Prinzip ist dabei relativ simpel.


Der alte Dämpfer wird von unten aufgebohrt und entlüftet. Nach dem Ölauspumpen mit der Kolbenstange, kann der oben gefalzte Dämpfer aufgesägt werden, sodass die drei Übermaß-Nasen des Konis im Rohr des alten Dämpfergehäuses sitzen. Oben die Grate schön glatt schleifen und das Gehäuse säubern.
Ich habe an dieser Stelle gleich den Flugrost entfernt und einen Metallschutzlack drüber. Die kleine Bohrung, aus welcher das Öl kam, muss anschließend aufgebohrt werden, damit der neue Dämpfer mit der beiliegenden Schraube in den alten reingezogen werden kann. Ist das nötige Drehmoment gegeben und alles fest ist das meiste geschafft.
Danach oben den Staubschutz überstülpen und ihr könnt eure Feder samt Domlager wieder aufspannen.

Ist die Baugruppe nicht viel schwerer als ein OEM Dämpfer oder ein Gewindefahrwerk?!

Im Vergleich zum OEM Dämpfer ohne Bearbeitung muss ich leider sagen… JA die Baugruppe ist schwerer und zwar gute 200 Gramm pro Dämpfer. Auf Grund meiner schlechten Erfahrung mit Marken wie D2, habe ich mich dennoch für die Konis entschieden. Ein nächster Schritt wäre klassischer Leichtbau, dazu wird Material an Stellen, welche keine Belastung und Spannung haben, abgetragen. Dies sollte aber nur mittels FEM Analyse oder bei eindeutig unbelasteten Teilen gemacht werden.

Wie verhält sich die Performance?

Aktuell habe ich den Einbau an der Hinterachse komplett fertig und die Dämpfer in die mittlere Stufe gestellt.
Da meine kleine Felgenauswahl zu dickem Reifenquerschnitt führt, ist die Auswirkung nicht sehr stark zu spüren. Man muss sich den Reifen, den Stoßdämpfer und das Domlager als in Reihe geschaltete Federelemente vorstellen.
Dann wird auch schnell klar, das bei einem Viertelfahrzeug also einem zwei Massenschwinger mit 3 Federelementen das ganze nicht leicht zu bewerten ist. Da wirken Gewindefahrwerke häufig mit einem Aluminium-Domlager entgegen. Dabei werden höher frequentierte Schwingungen nicht mehr abgefangen, der Dämpfer erhält jedoch ein höheres Ansprechsverhalten. Auf glatten Straßen oder Rennstrecken ist dies ein deutlicher Vorteil.

Cusco bietet diese Lager für den MR2 W3 an mit verstellbaren Sturzwerten. Etwa tiefer kommt er dadurch auch 🙂

Was machen die Achs-Messwerte, wenn man das Koni Cut-A-Strut System nutzt?

Das Werte ich nach der Vermessung ergänzen, evtl sind die neuen Domlager dann sogar Pflicht !